Juli 2018 // Schwimmen – aber sicher! Warum wir mit dem Isarflussbad nicht baden gehen wollen!

Faktencheck zum Isarflussbad:

München ist zwar eine vergleichsweise reiche Stadt, aber deshalb müssen wir  noch lange kein Geld zum Fenster rauswerfen, um eine unnötige Studie in Auftrag zu geben. Das Isarflussbad wird aus untenstehenden Gründen nie genehmigt werden können. Wir stehen für Ehrlichkeit gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern statt Schönwetterpolitik!

Hier einige sachliche Gründe die gegen das Isarflussbad sprechen:

  • Die Wasserqualität ist nicht ausreichend
    Bei Starkregen wird an zahlreichen Stellen Abwasser in die Isar eingeleitet um die Kanalisation zu entlasten. Das heißt, dass im schlimmsten Fall bis zu zwei Drittel des Wassers Abwasser ist. Bis Wasser nach Schlechtwetterlagen aus dem Gebirge nachkommt, dauert es 1 bis 2 Tage

Dazu ein anschauliches Beispiel in was für einem Wasser die „Schwimmbadtester“ am vergangenen Montag in der Isar schwimmen waren:

Erläuterung Grafik: Schwarze Linie, natürlicher Isarabfluss: der Wasserspiegel Roter Kreis: durch Abwassereinleitungen steigt der Pegel, kurz nachdem der Starkregen eingesetzt hat, immens an, Ein erheblicher Teil des Isarwassers besteht aus Abwasser mit Fäkalien, Reifenabrieb etc. Quelle: abgeändert von hnd.bayern.de

  • Die Strömungsgeschwindigkeiten sind laut vorliegender Studie unter Normalbedingungen so hoch, dass sich das Schwimmbad nur für geübte Schwimmer eignet. Eine gleichbleibende Strömungsgeschwindigkeit kann in der gewählten Variante aber aufgrund der Steuerung am Streichwehr nicht garantiert werden. Hinzu kommt dass der notwendige Einbau von Gitterrechen eine zusätzliche Gefahr auch für erfahrene Schwimmer im Bad, aber auch für Badende in der renaturierten Isarstrecke flussauf darstellt. Im Schwimmbad kann die Sicherheit der Besucher nicht gewährleistet werden. Das Schwimmen in der beliebten renaturierten Isar flussaufwärts müsste dann, bei einem Schwimmbadeinbau, verboten werden.
  •  Ein Isarschwimmbad ist nur etwas für geübte Schwimmer – Kinder und Nichtschwimmerbereiche kann es in einem eingebauten Schwimmbad in einem Gebirgsfluss nicht geben – und natürlich werden damit auch bewegungseingeschränkte Menschen ausgeschlossen.
  • Wozu eigentlich ein teures Schwimmbad, das man nur an sehr wenigen Tagen im Jahr nutzen kann. Die Anzahl der möglichen Tage sind aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen oder der Wasserführung sehr gering: 365 Tage hat das Jahr, davon sind dann nur ca. allerhöchstens 60 als Badetage nutzbar, vorausgesetzt an diesen Tagen ist schönes Wetter und die Umgebungstemperatur ist ausreichend.
  • Das Schwimmbad soll ausgerechnet an einer Engstelle im Fluss entstehen. Beide Arme der Isar mussten hier in Ufermauern gefasst werden, um München vor Hochwasser zu schützen. Jeglicher Einbau von Anlagen (Stege, Wehre, Plattformen) würde den Abflussquerschnitt verringern und damit das Hochwasserrisiko für München steigern und die Standsicherheit von Brücken gefährden. Wir halten das Flussbad daher an dieser Stelle nicht für genehmigungsfähig.

Das will die ÖDP:

  • Wir wollen die Wasserqualität der Isar verbessern: Durch eine zügige Sanierung des Kanalsystems (Regenrückhaltebecken, Düker, Grobstoffrückhalt) – muss die Belastung der Isar durch Abwasser gesenkt werden. Denn die Abwassereinleitungen sind nicht nur extrem unappetitlich, sie stellen auch ein Gesundheitsrisiko für Badende dar.
  • Wir möchten die Renaturierung der Isar im Norden Münchens fortsetzen, da hier ein gefahrloser Zugang zur Isar für die Bürgerinnen und Bürger möglich ist und gleichzeitig die ökologische Situation verbessert werden kann – wir finden, das ist eine Verbesserung sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Isar.
  • Wir setzten uns für eine bessere Nutzbarkeit der Würm durch die Münchnerinnen und Münchner ein. Die Würm ist ein Seeauslauf, deshalb hat sie im Sommer höhere Wassertemperaturen, die Wasserqualität ist besser und das Hochwasserrisiko, die Treibgut- und Geschiebefracht sind geringer. Badestellen an der Würm können so gestaltet werden, dass sie für große Bevölkerungsteile, also auch für Kinder und bewegungseingeschränkte Menschen, nutzbar sind.

Foto: Einleitungsstelle an der Braunauer- Eisenbahnbrücke oberhalb des geplanten Schwimmbades

Fotos: Schmutzansammlungen an der Mariannenbrücke direkt unterhalb des Schwimmbades

Foto: Typische Verschmutzung an einer Einleitungsstelle mit Toilettenpapier und Damenbinden

Fotos: Schmutzansammlungen an der Mariannenbrücke direkt unterhalb des Schwimmbades

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