Juni 2018 // Photovoltaikanlage ANSTATT Rotwild statt Rotwild UND Photovoltaik: ein rabenschwarzer Tag für die Natur!

Die Kläranlage Gut Marienhof bei Dietersheim ist einer der größten Stromverbraucher in München. Der dort benötigte Strom kann durch eine Photovoltaikanlage nachhaltig und klimaschonend erzeugt werden, darüber waren sich die Stadträte und Stadträtinnen im Bauausschuss einig. Uneinigkeit herrschte allerdings darüber, wo die benötigte Anlage genau stehen soll und in welcher Dimension diese gebaut werden muss um den Bedarf vor Ort zu decken.

Die Mehrheit im Münchner Stadtrat hat nun eine folgenschwere Entscheidung getroffen*: Auf dem Gebiet des Münchner Klärwerks am Gut Marienhof wird inmitten ökologisch hochwertiger Blühwiesen am Rande eines europarechtlich geschützten Gebietes, den Isarauen, wird eine riesige Solaranlage gebaut. Gleich nebenan besitzt die Stadt intensiv konventionell genutzte Äcker, die für solch eine Anlage bestens geeignet wären. Der nicht genutzte Strom aus Dietersheim muss dann über ausschließlich stadteigene Flächen per Kabel nach Großlappen transportiert werden, obwohl es Möglichkeiten eines Austausches mit den Stadtwerken als betreibern des Windrads in Unterföhring gegeben hätte.

„Ohne Not wird hier die Chance vertan, die wertvolle Auenlandschaft welche sogar als Kandidat für einen Nationalpark in Betracht gezogen wird, langfristig zu sichern und zu erweitern. Außerdem wird mit der Solaranlage ein Fremdkörper in das einzige Rotwildrevier im oberbayerischen Flachland, also außerhalb der Alpen, gebaut. Damit wird der Lebensraum unserer größten heimischen Wildtierart noch weiter beschnitten. Artenschutz sieht ganz anders aus!“ so ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff, der als einziger gegen diese Standortwahl gestimmt hat.

„Wir geben Millionen von Euro aus, um den Reststrom dann aus Dietersheim 13 Kilometer weit zum anderen Klärwerk in Großlappen zu transportieren, anstelle das dort stehende Windrad zu nutzen und den Betreiber über die Anlage in Dietersheim auszugleichen, ich bin mir sicher, wir hätten eine sinvolle Lösung gefunden. Die jetzt getroffenen Entscheidung kann ich doch keinem Bürger und keiner Bürgerin vermitteln!“ empört sich der ÖDP-Stadtrat.

„Der neben dem Klärwerk bei Dietersheim liegende Acker gehört zu den wenigen nicht ökologisch bewirtschafteten Flächen der Stadtgüter München. Das wäre der ideale Standort für die benötigte Photovoltaikanlage. Hier hätte die Anlage sogar noch einen Nutzen für die Natur, denn Boden und Grundwasser können sich von dem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden erholen,“ erklärt der ÖDP-Stadtrat und ergänzt:

Wenn der Münchner Stadtrat nicht einmal dann bereit ist, sich für mehr Naturschutz einzusetzen, wenn es nichts kostet, dann sehe ich einer düsteren Zukunft entgegen. Alle sprechen vom Artensterben, aber der Münchner Stadtrat ist nicht bereit sich für die Natur einzusetzen. Die von meinen Kollegen und Kolleginnen im Münchner Stadtrat vorgebrachten Argumente gegen eine Verlegung der Anlage in den benachbarten Acker und eine Vereinbarung zur Nutzung des Windstroms vor Ort in Großlappen sind für mich absolut nicht nachvollziehbar und erscheinen mir vorgeschoben.“

Tobias Ruff (ÖDP)

Hier geht es zu einem Video mit Eindrücken des zukünftigen Standorts

*Hier geht es zur Sitzungsvorlage

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