Oktober 2019 // ÖDP hocherfreut über drittes Stadtratsmandat

Mit sofortiger Wirkung schließt sich der erfahrene Münchner Stadtrat Johann Sauerer aus Aubing der ÖDP München an. Er wird fortan als ÖDP-Mitglied sein Stadtratsmandat bekleiden und auch bei der Kommunalwahl 2020 auf der Liste der Münchner ÖDP kandidieren.

„In den letzten Wochen haben mich viele Bürgerinnen und Bürger kontaktiert und mich gebeten, meine Stadtratsarbeit nicht aufzugeben, sondern mein kommunales Engagement fortzusetzen. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb entschieden diesen Neustart bei der ÖDP zu wagen. Schon in der Vergangenheit haben wir oftmals gemeinsame Positionen vertreten und sehr gut zusammengearbeitet.“

ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff äußert sich hocherfreut: „Unsere Arbeit der letzten Jahre bleibt nicht unbemerkt und Johann Sauerer wird unseren Bemühungen für ein lebenswertes München mit seiner Expertise bei der Stadtentwicklung und Verkehrswende einen weiteren Schub verleihen.“

Auch der Vorsitzende der Münchner ÖDP, Thomas Prudlo, sieht vor allem die Münchner Bürger als Gewinner: „Ich kann es einfach nicht verstehen, dass die CSU einen der letzten Umweltpolitiker, der allseits im Stadtrat geschätzt ist, keinen Spitzenplatz anbietet. Dann werden wir ihm eben einen sehr guten Platz anbieten, weil wir seine Qualifikationen schätzen.“

Johann Sauerer, einziger Handwerker im Münchner Stadtrat, äußert sich: „Die Stadtratskooperation bemüht sich um ein neues Image, weil sie den Unmut in der Bevölkerung über das ungesteuerte Wachstum der Stadt und seine negativen Folgen spürt. Doch ihr neuer Anstrich ist in der Sache unglaubwürdig und allein Teil ihrer Werbestrategie. Wer jeden Bebauungsplan durchwinkt, darf sich später nicht über Verkehrschaos und verminderte Lebensqualität beschweren. Meine diesbezüglichen Warnungen an die Fraktionskollegen wurden wiederholt in den Wind geschlagen. Ich bin überzeugt davon, mit einer starken ÖDP-Fraktion im Stadtrat, können wir verlorengegangene Werte der Münchner Gesellschaft wiederbeleben“.

Mit dem Übertritt wird die ÖDP im Münchner Rathaus zukünftig mit drei Stadträten agieren und erhält dadurch weiteren Aufschwung nach den erfolgreichen Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle“ und „Radentscheid München“ sowie einer Verdoppelung der Mitgliederzahlen.

Die Münchner ÖDP-Stadtratsgruppe ist sich sicher, dass Johann Sauerer mit seiner Entscheidung für die ÖDP einen richtigen Schritt gemacht hat und freut sich auf die kommende Zusammenarbeit.

Persönliche Erklärung von Johann Sauerer

Mein CSU Heimatortsverband hat in seinem beigefügten Beschluss vom 8. Oktober 2019 ausführlich begründet, aus welchen Gründen er meine Wiederkandidatur für den Stadtrat empfiehlt.

Nachdem bekannt geworden ist, dass mich die Münchner CSU nicht mehr für die Stadtratswahl aufgestellt hat, bin ich von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Münchner Westen, aber auch aus anderen Stadtteilen, insbesondere dem Münchner Norden, mit ähnlichen Argumenten gebeten worden, wieder zu kandidieren.

Gleichzeitig haben mich mehrere Gruppierungen, die sich an der Stadtratswahl beteiligen, gefragt, ob ich bereit wäre, auf ihrer Liste zu kandidieren. Für mich stellte sich daher die Frage, entweder meine kommunale Arbeit zu beenden, oder eine neue Basis anzunehmen, auf der ich sie fortsetzen kann. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, auch weil vorhersehbar war, dass mir von manchen negative Motive unterstellt werden würden.

Ich habe mich nunmehr trotzdem entschieden, diesen Neustart mit der ÖDP zu wagen, denn ich will die Erwartungen der Menschen, die meine Ziele für richtig halten, nicht enttäuschen und bin mir deren Unterstützung sicher. Schon in der Vergangenheit habe ich sehr oft gemeinsame Positionen mit der ÖDP vertreten und sehr gut mit ihr zusammengearbeitet.

Der angebotene Listenplatz ist kein Selbstläufer, sondern ein harter Arbeitsplatz, was mich angesichts des breiten Zuspruchs jedoch nicht abschreckt, sondern im Gegenteil herausfordert. Die Parteien der bisherigen Stadtratskooperation bemühen sich derzeit, sich ein neues, werbewirksames München-Image zu geben, weil sie den Unmut in der Bevölkerung über das ungesteuerte Wachstum der Stadt und seine negativen Folgen spüren.

In der Tagespolitik zeigen sie aber ihr wahres Gesicht und haben jeden Bebauungsplan durchgewunken, ohne über die Folgen nachzudenken. Meine diesbezüglichen Warnungen sind in der CSU-Fraktion in den Wind geschlagen worden. Ihr neuer Anstrich ist daher in der Sache unglaubwürdig und allein Teil ihrer Werbestrategie.

München braucht jetzt die Zusammenarbeit aller engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich für ihre Stadt stark machen. Daran will ich mich mit folgenden Schwerpunkten beteiligen:

  • Eine Stadtentwicklung, die sich nicht an den Interessen von Investoren und deren Geschäftspartnern orientiert, sondern nach den Bedürfnissen der in München lebenden Bürgerinnen und Bürgern handelt
  • Eine zukunftsfähige Verkehrspolitik, die ihre Kräfte auf den Ausbau des ÖPNV bündelt
  • Eine Infrastrukturplanung, die bereits vor der Wohnbebauung und nicht danach umgesetzt wird
  • Der Schutz wichtiger Grünflächen, Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebiete in der Stadt, damit ein verträgliches Leben auch in Zeiten des bereits eingesetzten Klimawandels noch möglich sein wird
  • Den Erhalt historischer Ortskerne, vor allem in den Stadtrandgebieten, deren
    Befreiung von den Durchgangsverkehren und ihrer Wiederaufwertung, wie z.B. in Aubing, Allach, Feldmoching und Johanneskirchen
  • Die Ausweitung von städtischen Sanierungsgebieten, damit unsere bestehenden Viertel in der Qualität nicht gegenüber den Neubaugebieten zurückfallen
  • Bewahrung des Charakters unserer typischen Münchner Viertel nicht nur durch Erhaltungssatzungsgebiete, sondern auch durch den Erhalt und die Bespielung einmaliger Orte, wie z.B. des 60er Stadions in Giesing
  • Erstellen von Masterplänen vor allem für die flächengroßen Stadtbezirke, damit auch innerhalb der Stadtbezirke eine gleichmäßige Entwicklung stattfindet
  • Die Bewahrung und den Schutz denkmalgeschützter oder schützenswerter Gebäude und städtebaulicher Strukturen, wie z.B. der Eggarten in der Lerchenau oder der Perlschneiderhof in Pasing, weil wir unserer städtebaulichen Vergangenheit verpflichtet sind
  • Den Schutz und die Unterstützung der regionalen Landwirtschaft in unserer Stadt. Hochwertig produzierte Produkte aus der Region sind ökologischer als z.B. Bioprodukte, die von weit her transportiert werden.

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