Wohnen in München

lebenswert und bezahlbar

Das Bevölkerungswachstum, ausgelöst vor allem durch ständigen Zuzug aufgrund neuer Arbeitsplätze, führt zu einem sich immer weiter verschärfenden Wohnraummangel. Deshalb muss der Zuzug gebremst werden. Dafür ist der Bau neuer Gewerbeimmobilien und die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze so weit wie möglich zu unterbinden. Gleichzeitig müssen viele neue Wohnungen entstehen. Im Neubaubereich haben in den letzten Jahren vor allem genossenschaftliche Wohnanlagen durch eine hohe gestalterische und ökologische Qualität sowie eine soziale und funktionale Mischung überzeugt. Diese positiven Ansätze gilt es aufzugreifen und fortzuführen. Unsere Vision für die Stadt sieht vor, dass der Großteil neuer Wohnungen im Gebäudebestand entsteht und alle Grünflächen erhalten bleiben, denn schon jetzt ist München die am dichtesten besiedelte Millionenstadt Deutschlands mit dem geringsten Anteil an Grünflächen. Damit die Stadt für alle Münchner Bürgerinnen und Bürger lebenswert ist, darf nicht jede freie Fläche bebaut werden. Die ÖDP fordert deshalb eine Wirtschaftspolitik, die München von weiterem Zuzug und Pendlerströmen entlastet.

Bezahlbar wohnen

– für alle!

Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch einfache, singuläre Maßnahmen wie der Mietpreisbremse. Er ist Ergebnis einer umfassenden, nachhaltigen Stadtentwicklung und diese fordern wir ein:

  • Keine Ausweisung von neuen Gewerbegebieten, bis sich die Zahl der registrierten Wohnungssuchenden beim Wohnungsamt halbiert hat und die Mieten bei Neuvermietungen nicht mehr steigen
  • Förderung der Entwicklung von urbanen Mischgebieten mit Kleingewerbe und Nahver- sorgung vor Ort
  • Die Stadt revidiert ihre Vorgaben zum Verhältnis Wohnraum zu Grünfläche. Der alte Wert von 32 m2 Grünfläche pro Bewohner muss wieder innerhalb und außerhalb des mittleren Rings gelten. (Aktuell sind es auf Stadtratsbeschluss 10 m2 innerhalb und 20 m2 außerhalb des Mittleren Rings.)
  • Kein Verkauf von städtischem Grund, stattdessen ausschließlich Vergabe in Erbpacht an städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften
  • Städtische Übernahme von auslaufenden Erbpachten von Wohnbaugenossenschaften insbesondere wie aktuell in Neuhausen, Giesing, Haidhausen usw.
  • Ausweitung der Erhaltungssatzungen
  • Förderung von Wohnraumtausch ohne konditionelle Verschlechterung insbesondere der älteren Generation
  • Umwandlung von Industriebauten in Wohnraum
  • Erhebung des tatsächlichen Mietspiegels mit allen aktuellen Bestandsmieten und auf der Berechnungsbasis von vier und nicht zwei Jahren
  • Einführung eines Programms zur Förderung für soziale Vermietung und Vermieter; insbesondere für Mieter in sozialen Berufen und ortsansässige Geringverdiener
  • Förderung von sozialen, örtlich verbundenen Vermietern, insbesondere im Hinblick auf Mieten unterhalb des derzeitigen Mietspiegels
  • Förderung von umweltfreundlichen Investitionen von Bestandsvermietern
  • Förderung von bestehenden und neuen Wohngenossenschaften
  • Sanierung vor Neubau! Steigerung der Sanierungsrate auf mindestens 5% pro Jahr bis 2025
  • Entschlossenes Vorgehen der Stadt gegen Umwandlungsspekulation und Zweckentfremdung

Wohnraum nachhaltig bauen

statt maßloser Nachverdichtung

Wohnraum muss lebenswert, nachhaltig und langfristig energetisch optimiert gebaut und gut an öffentliches Leben und Nahversorgung angeschlossen sein. Ein Grund für die Wohnungsnot sind der Zuzug und auch die Tendenz zu mehr Wohnfläche pro Einwohner, oftmals bedingt durch die Verpflichtung zu Kfz-Stellplätzen pro Wohneinheit. Durch genossenschaftliches Bauen, keine neuen Gewerbegebiete und die Verpflichtung von Unternehmen, Wohnraum zu schaffen, steuern wir hier gegen. Unsere Forderungen:

  • Ausschreibungen von Grundstücken mit dem Anspruch Quartiersentwicklung, genossenschaftliches, ökologisches und CO2-freies Bauen und Wohnen
  • Sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) nicht nur für Wohnareale, sondern auch für Gewerbeareale
  • Wohnungsbau als Auflage bei Genehmigung von Gewerbebauten
  • Verpflichtung von Unternehmen, für Mitarbeiter Wohnraum zu schaffen, ohne Verknüpfung des Wohnraums mit etwaigen Beschäftigungsverhältnissen
  • Fehlbelegungsabgabe auch für Gewerbebauten
  • Alle Neubauprojekte sind verpflichtend ökologisch zu optimieren:
      • Baubiologisch optimierte Gestaltung
      • Durchgehende Grünzüge
      • Recyclebare Baustoffe zur Förderung von ressourcenschonenden Bauformen
  • Priorisierung des Erhalts des von Baumbestandes, effektive harte Bestrafung illegaler Baumfällungen
  • Verzicht auf Parkplätze zugunsten von Wohnraum und Grünflächen
  • Alle Neubauprojekte in der Stadt sollen autofrei geplant werden. Vorbild ist hier das bereits vor 50 Jahren entstandene Olympiadorf
  • Wo möglich, sollen autofreie zusammenhängende Gebiete ausgewiesen werden.
  • Autofreiheit soweit möglich in Bestandsgebieten der Stadtviertel
  • Gute Anbindung an den MVV
  • Freihalten der Frischluftschneisen
  • Freilegung und Renaturierung der Stadtbäche, soweit baulich eine Rückführung an die Oberfläche möglich ist
  • Mehr Kleingärten und mehr Spielplätze
  • Städteplanung bevorzugt mit Blockrandbebauung und familienfreundlichen Innenhöfen und einer nachbarschafts- und gemeinschaftsfördernden Struktur
  • Zusammenlegung von getrennten Innenhöfen in zusammenhängenden Wohnensembles
  • Keine neuen Stadtentwicklungsprojekte auf der grünen Wiese wie SEM und KOSMO
  • Keine monolithischen langweiligen Hochhäuser und anonyme Schlafstädte ohne Nahver- sorgungsstruktur, Grünflächen und öffentliche Anbindung
  • Einhaltung der 100m-Marke für Hochhäuser entsprechend dem Bürgerbegehren von 2004
  • Förderung der Stadtteilzentren und des Erhalts mittelständischer Betriebe vor Ort
  • Vereinfachung der Genehmigung von Verdichtung ohne weitere Versiegelung in Wohngebieten, wie etwa Aus- und Umbau von Dachgeschossen
  • Umsetzung aller Forderungen des „Bürgerbegehrens für eine Lebenswertes München
  • Umsetzung aller Forderungen des „Bürgerbegehrens Grünflächen erhalten
  • Umsetzung aller Forderungen des „#6Jahre Mietenstopp

Grenzen des Wachstums erkennen – den Charme Münchens erhalten

Grünanlagen und Wohnraum statt neuer Gewerbeflächen

In den letzten beiden Jahrzehnten ist das Gleichgewicht zwischen neuen Arbeitsplätzen und Wohnungsbau, zwischen Bodenversiegelung und Grünflächenerhalt, zwischen Modernisierung und Bewahrung gestört. Das wollen wir umkehren.

In den letzten 20 Jahren blieb der Wohnungsbau deutlich hinter dem Büroflächenwachstum zurück, obwohl die Stadt in bald jedem Hinterhof ein Nachverdichtungsvorhaben genehmigt. Daher stieg die Zahl der Einpendler seit dem Jahr 2000 um ein Drittel auf aktuell 390.000 Menschen pro Tag. Sardinenbüchsenfeeling in öffentlichen Verkehrsmitteln und bald ganztägige Staus auf den Hauptverkehrsstraßen sind die Folge.

Es ist notwendig anzuerkennen, dass in einem endlichen Stadtgebiet kein unendliches Wachstum möglich ist.

Video zum Thema Flächenfraß

Wir fordern:

  • Ab sofort keine Ausweisung neuer Gewerbeflächen innerhalb der Stadtgrenzen Münchens,
      • bis es drei Jahre lang inflationsbereinigt keinen Anstieg der durchschnittlichen Mieten gibt und
      • bis die Zahl der registrierten Wohnungssuchenden beim Amt für Wohnen und Migration um 50% gesunken ist
  • Soweit Bebauungspläne für den Außenbereich aufgestellt werden, ist die Nutzungsart auf Reine Wohngebiete und Allgemeine Wohngebiete zu beschränken
  • Konzentration auf Mehrung von Wohnraum sowie die dafür benötigte soziale Infrastruktur wie Bildungseinrichtungen, Nahversorgung und kleine Handwerksbetriebe
  • Rückkehr zum Mindestwert von 32 qm nutzbare öffentliche und private Grün- und Freifläche pro Einwohner (wie vor 2017)
  • Keine weitere Beteiligung der Stadt an Immobilienmessen (z.B. ExpoReal), um internationale Unternehmen zur Ansiedlung in München zu bewegen
  • Förderung der Verlagerung von nicht ortsgebundenen Büroarbeitsplätzen in strukturschwächere Regionen durch den Freistaat

Wider die gesichtslose Stadt

Denkmalschutz ernst nehmen

Stadtbild und Stadtkultur prägende Orte machen München lebens- und liebenswert. Der Wildwuchs unterschiedlichster Baustile in unmittelbarer Nachbarschaft, die Störung althergebrachter Sichtachsen, zugepflasterte oder geschotterte Vorgärten und abweisende hohe Zäune in vormals offen angelegten Wohngebieten müssen charakterbildender Architektur und städtebaulich denkmalpflegerischer Bauweise weichen.

In einer sich schnell wandelnden Großstadt sind alte geschichtsträchtige Gebäude wichtige Ankerpunkte für Heimatsgefühl und Geschichtsbewusstsein. Denkmalschutz ist für uns keine Alibi- aufgabe, sondern wir erkennen darin einen Schatz, den wir an die nächsten Generationen weitergeben möchten.

Wir fordern:

  • Größeres Gewicht denkmalpflegerischer Belange bei der Bauleitplanung
  • Konsequente Durchsetzung des Denkmalschutzes
  • Bei der Aufnahme in die Denkmalliste ist neben der landesweiten Bedeutung verstärkt die lokale Bedeutung von Bauten für die Geschichte der einzelnen Stadtviertel zu berück- sichtigen.
  • Ausreichende Personalausstattung in Bauberatung, Baukontrolle und Bau-Bußgeldstelle
  • Vorbildliche Pflege der denkmalgeschützten Gebäude im Eigentum der Stadt München
  • Verstärkte kritische Auseinandersetzung mit den lokalen Denkmälern und der mit ihnen verbundenen Stadtteilgeschichte in den Bildungsinstitutionen der Stadt
  • Konsequente Durchsetzung der Gestaltungs- und Begrünungssatzung sowie der Einfriedungssatzung
  • Erlass von Gestaltungssatzungen zur Baugestaltung in sensiblen Bereichen
  • Optimierung der Gestaltungs- und Begrünungssatzung zur Reduzierung von Bodenversiegelung und Schottergärten
  • Intensivere Vorgaben und Förderungen zur Begrünung von Gebäuden und Einfriedungen
  • Restriktive Handhabung von baurechtlichen Befreiungen
  • Rekonstruktion als Option für zerstörte oder beschädigte Gebäude, wo dies aus Gründen des Stadtbildes sinnvoll ist

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